Wie sich Pottwale im weiten Meer aufspüren lassen
Pottwale zu sichten gehört ohne Zweifel zu den eindrücklichsten Erlebnissen, die sich den Teilnehmer:innen der KYMA-Expeditionen bieten. Um die Verbreitung dieser Meeresgiganten zu untersuchen, sind wir auf ein technisches Gerät besonders stark angewiesen: Unser Hydrophon erlaubt es uns, die Tiere bereits zu entdecken und zu zählen, bevor sie an der Wasseroberfläche auftauchen.
Die Arbeit an Bord unserer Forschungsexpeditionen
Jeden Sommer sticht ein KYMA-Forschungsschiff im zentralen Mittelmeer in See und sammelt Daten über das Vorkommen und Verhalten von Meerestieren. Verschiedene Delfinarten, Meeresschildkröten, Finn und Pottwale, Haie, Rochen und Grossfische: Sobald sie sich uns zeigen, halten wir alle Informationen darüber fest, wie sie sich verhalten. So können wir Rückschlüsse darauf ziehen, ob und weshalb unser Forschungsgebiet für diese Meerestiere von Bedeutung ist. Sind sie auf Nahrungssuche? Ziehen sie Jungtiere auf? Ruhen sie sich aus? Dies sind Fragen, die wir nach mehrjähriger Untersuchung beantworten können. Unsere Arbeit ist wissenschaftlich sehr wertvoll, da die Datenlage in diesem Gebiet noch dürftig ist. Wir schliessen mit unserer Forschung eine Datenlücke und tragen so dazu bei, dass auf politischer Ebene nötige Schutzmassnahmen für die Meerestiere in der Region gefordert werden können.
Einige Tiere wie Delfine machen es uns leicht, sie zu beobachten. Da sie regelmässig an die Wasseroberfläche kommen, um Luft zu holen, sind ihre Finnen bei guten Bedingungen schon aus mehreren Kilometern Entfernung sichtbar. Hinzu kommt, dass sie oftmals sehr neugierig sind und auf unser Schiff zuschwimmen, um in unserer Bugwelle zu reiten.
Pottwale mit dem Hydrophon entdecken
Bei anderen Tieren hingegen ist mehr Geduld gefragt: Der Pottwal ist ein Tieftaucher und kann bis zu 2 Kilometer weit abtauchen. Auch er muss zur Wasseroberfläche, um zu atmen, doch er hält sich zur Jagd durchschnittlich 45 Minuten lang in den Tiefen des Meeres auf. Während dieser Zeit ist er zwar nicht sichtbar, aber sehr gut zu hören. Er verwendet Echo-Ortung, um seine Beute – Tintenfische – zu finden. Dazu sendet er Klicks aus, die eine Lautstärke von über 200 Dezibel erreichen können und diese Klicks können wir auch an Bord unseres Forschungsschiffs nachverfolgen.
Wir nutzen ein Unterwassermikrophon, ein sogenanntes Hydrophon, das die Geräusche unter der Meeresoberfläche in einem Radius von rund 10 Kilometern aufzeichnet. Über Kopfhörer können wir so der Unterwasserwelt lauschen und sind durch die charakteristischen Klick-Laute des Pottwals informiert, wenn er in der Nähe sein sollte.
Pottwal-Klicks, Juni 2021
Richtig spannend wird es hingegen erst, wenn die Klick-Laute verstummen. Das bedeutet, dass sich der Gigant der Meere auf den Weg zur Wasseroberfläche macht. Es dauert in der Regel rund 4 Minuten, bis er auftaucht und sein bis zu 5 Meter hoher Blas, die ausgeatmete Luft nach dem Tauchgang, sichtbar wird. Manchmal haben wir Glück und entdecken das Tier mit unseren Feldstechern oder es gelingen uns sogar Foto- oder Videoaufnahmen. Doch manchmal ist die Entfernung zu gross und wir müssen feststellen, dass der Wal ausserhalb unserer Sichtweite aufgetaucht ist. Sobald wir das Klicken dann wieder übers Hydrophon hören, wissen wir, dass wir erneut rund 45 Minuten warten müssen bis zum nächsten Auftauchen – und damit der nächsten Chance auf visuelle Sichtung und Identifizierung.
Das Hydrophon: Unverzichtbares Herzstück der Forschungsarbeit auf See
Ohne unser Hydrophon hätten wir keine Chance, festzustellen, ob und wo sich die Pottwale im zentralen Mittelmeer aufhalten. Wir könnten also auch keine wertvollen Daten über ihr Verhalten sammeln. Doch wie jedes technische Gerät erreicht auch unser Hydrophon langsam aber sicher das Ende seiner Lebensdauer. Es ist nun seit 14 Jahren in Betrieb und weist einige technische Mängel auf, die uns unserer Arbeit erschweren, darunter ein Grundrauschen, das andere Geräusche teils übertönt. Für die nächste Forschungssaison 2023 sind wir dringend auf ein neues Hydrophon angewiesen. Der Neupreis dieses Hightech-Geräts beträgt jedoch CHF 10’000.-. Wir sind auf die wertvolle Hilfe von Unterstützer:innen wie dir angewiesen, um auch in den kommenden Jahren Daten über die Meerestiere im Mittelmeer sammeln und damit zu ihrem Schutz beitragen zu können.

Spenden für ein neues Hydrophon
Hilf uns dabei, ein neues Hydrophon zu finanzieren. So können wir uns auch in Zukunft mit ganzer Kraft für den Schutz der Meerestiere im Mittelmeer einsetzen.
Spenden für ein neues Hydrophon

Hilf uns dabei, ein neues Hydrophon zu finanzieren. So können wir uns auch in Zukunft mit ganzer Kraft für den Schutz der Meerestiere im Mittelmeer einsetzen.