Tintenfisch, Oktopus, Kalmar, Sepia: Was sind die Unterschiede?

Tintenfische gehören zu den faszinierendsten Lebewesen der Ozeane. Mit ihren hochentwickelten Augen, erstaunlichen Tarnfähigkeiten und bemerkenswerter Intelligenz zählen sie zu den komplexesten wirbellosen Tieren der Erde. Doch was genau ist eigentlich ein Tintenfisch? Und worin unterscheiden sich Oktopus, Krake, Kalmar und Sepia?

Was ist ein Tintenfisch?

Der Begriff Tintenfisch ist ein Sammelbegriff für verschiedene Meerestiere aus der Klasse der Kopffüsser (Cephalopoda). Die Bezeichnung «Kopffüssler» geht darauf zurück, dass ihre Arme oder Tentakel direkt am Kopf ansetzen. Tintenfische sind hochentwickelte, faszinierende Meerestiere mit erstaunlichen Fähigkeiten. Während «Tintenfisch» der Oberbegriff ist, unterscheiden sich Oktopus/Krake, Kalmar und Sepia deutlich in Körperbau, Lebensweise und Verhalten.

Zu den heute lebenden Tintenfischen gehören vor allem zwei grosse Gruppen: Die achtarmige Tintenfische (Kraken oder auch Oktopusse genannt) und die zehnarmigen Tintenfische (Kalmare und Sepien)

Den allermeisten Arten gemeinsam sind:

  • Weicher Körper ohne äusseres Skelett
  • Hochentwickeltes Nervensystem
  • Grosse, leistungsfähige Augen
  • Tintenbeutel zur Verteidigung
  • Schnabelförmiger Mund
  • Farbwechsel durch spezialisierte Hautzellen (Chromatophoren)

Oktopus / Krake​

Im Alltag werden die Begriffe Oktopus und Krake oft für die Bezeichnung desselben Tiers verwendet. Sie bezeichnen jedoch verschiedene biologische Ebenen: Während Krake ein Fachbegriff für eine Teilgruppe der achtarmigen Tintenfische ist, sind Oktopusse (vom Griechischen «Achtfüsser») eine Untergruppe der Echten Kraken. Es gibt weltweit ca. 300 Krakenarten, davon gehören ca. 80 zur Oktopusfamilie.

Merkmale:

  • 8 Arme
  • Keine zusätzlichen Fangtentakel
  • Meist rundlicher Körper
  • Leben überwiegend am Meeresboden
  • Extrem anpassungsfähig und intelligent
  • Können Werkzeuge benutzen
  • Meisterhafte Tarnung (Farb- und Hautstrukturwechsel)

Oktopusse gelten als besonders klug. In Experimenten lösen sie Schraubverschlüsse, öffnen Behälter und merken sich Lösungen über längere Zeit.

Kalmar

Der Kalmar gehört zu den zehnarmigen Tintenfischen. Es gibt weltweit über 250 Arten.

Merkmale:

  • 8 Arme + 2 längere Fangtentakel
  • Schlanker, torpedoförmiger Körper
  • Nahezu alle Arten haben Flossen am Mantel
  • Leben meist im offenen Meer
  • Sehr schnelle Schwimmer (Rückstossprinzip)

Kalmare sind aktive Räuber und können grosse Tiefen erreichen. Der Riesenkalmar und der Koloss-Kalmar sind mit Längen über 10 Metern die grössten wirbellosen Tieren der Welt.

Sepia

Die Sepia (auch «Echter Tintenfisch» genannt) gehört ebenfalls zu den zehnarmigen Tintenfischen. Es gibt über 120 Arten weltweit.

Merkmale:

  • 8 Arme + 2 Fangtentakel
  • Gedrungener, flacher Körper
  • Seitliche Flossensäume
  • Besitzt eine innere Kalkschale («Sepiaschale» oder «Schulp» genannt)
  • W-förmige Pupillen
  • Besonders schnelle und differenzierte Farbwechsel

Sepien gelten als wahre Tarnkünstler, denn sie können nicht nur ihre Farbe, sondern auch die Hautstruktur in Sekundenbruchteilen verändern.

Bedrohungen für Tintenfische

Obwohl sich viele Tintenfischarten relativ schnell vermehren, sind sie zunehmenden Gefahren ausgesetzt, allen voran der Überfischung. In vielen Regionen werden sie intensiv befischt, wobei besonders Kalmare, in geringerem Ausmass aber auch Kraken und Sepien betroffen sind. Da viele Arten nur eine kurze Lebensspanne haben und sich nur einmal im Leben fortpflanzen, können lokale Populationen bei Überfischung schnell kollabieren. Doch Tintenfische landen auch unbeabsichtigt als Beifang in Grundschleppnetzen. Weitere Bedrohungen wie die Klimaerhitzung, Meeresverschmutzung durch Plastik und andere Schadstoffe sowie Lebensraumzerstörung setzen den Tintenfischen zusätzlich zu. Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit stehen sie vor wachsenden Bedrohungen durch menschliche Aktivitäten. Ihr Schutz ist nicht nur wichtig für die Artenvielfalt, sondern auch für das ökologische Gleichgewicht der Meere.

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