Die Bedeutung der Meere
Die Meere sind die Lebensgrundlage unseres Planeten. Sie bedecken mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche und sind untrennbar mit unserem Leben verbunden. Sie regulieren das Klima, produzieren einen Grossteil des Sauerstoffs, den wir zum Atmen brauchen, sichern die Ernährung und das Einkommen von Milliarden Menschen und beherbergen eine aussergewöhnliche Vielfalt an Arten und Lebensräumen. Gesunde Meere sind damit eine zentrale Voraussetzung für einen lebenswerten Planeten – heute und für kommende Generationen.
Die Meere als Klimaregulator
Die Ozeane sind einer der wichtigsten Klimaregulatoren der Erde. Sie nehmen einen grossen Teil der durch menschliche Aktivitäten verursachten zusätzlichen Wärme auf und speichern enorme Mengen an Kohlenstoff. Meeresströmungen verteilen Wärme rund um den Globus und beeinflussen Wetter und Klima weit über die Küstenregionen hinaus. Auch marine Ökosysteme leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Seegraswiesen, Mangroven und andere Küstenökosysteme speichern grosse Mengen Kohlenstoff und schützen gleichzeitig Küsten vor Erosion und den Auswirkungen von Stürmen. Je gesünder und intakter diese Ökosysteme sind, desto widerstandsfähiger sind sie gegenüber den Folgen des Klimawandels.
Ohne Meere keine Luft zum Atmen
Oft wird vergessen, dass ein Grossteil des Sauerstoffs in unserer Atmosphäre aus dem Meer stammt. Verantwortlich dafür sind vor allem winzige Organismen wie Phytoplankton, die durch Photosynthese Sauerstoff produzieren und gleichzeitig Kohlenstoff binden. Sie bilden die Basis des marinen Nahrungsnetzes und machen deutlich, wie eng selbst unscheinbare Lebensformen mit dem Funktionieren unseres gesamten Planeten verbunden sind. Der Schutz der Meere bedeutet deshalb auch, die natürlichen Kreisläufe zu schützen, die unser Leben überhaupt ermöglichen.
Ernährung und Einkommen für Milliarden Menschen
Für Milliarden Menschen sind die Meere eine unmittelbare Lebens- und Einkommensgrundlage. Fische und andere Meerestiere sind eine wichtige Quelle für Proteine und andere Nährstoffe. Gleichzeitig sichern Fischerei, Tourismus, Schifffahrt und zahlreiche weitere Wirtschaftszweige weltweit Arbeitsplätze und Einkommen. Doch diese Leistungen sind nicht selbstverständlich. Überfischung, Lebensraumverlust, Verschmutzung und die Klimakrise setzen marine Ressourcen zunehmend unter Druck. Werden Meeresökosysteme geschädigt, gefährdet dies nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Ernährungssicherheit und wirtschaftliche Existenz von Milliarden Menschen.
Hotspots biologischer Vielfalt
Die Meere sind Lebensraum für eine faszinierende Vielfalt an Organismen – von mikroskopisch kleinem Plankton bis zu den grössten Tieren der Erde. Korallenriffe, Seegraswiesen, Mangroven, Tiefseegebiete und offene Ozeane bilden komplexe Ökosysteme, in denen unzählige Arten voneinander abhängig sind.
Diese biologische Vielfalt ist weit mehr als ein Schatz der Natur. Sie sorgt dafür, dass Ökosysteme funktionieren und widerstandsfähig bleiben. Intakte Meeresökosysteme regulieren Nährstoffkreisläufe, speichern Kohlenstoff, produzieren Sauerstoff und bieten Nahrung und Lebensraum. Jede verlorene Art und jeder zerstörte Lebensraum kann dieses empfindliche Gleichgewicht schwächen.
Das Mittelmeer: Ein Meer von besonderer Bedeutung
Für Europa nimmt das Mittelmeer eine herausragende Stellung ein. Es verbindet drei Kontinente und ist seit Jahrtausenden eine Brücke zwischen Kulturen, Gesellschaften und Wirtschaftsräumen. Gleichzeitig ist es ein einzigartiger Biodiversitäts-Hotspot: Auf nur rund einem Prozent der weltweiten Meeresfläche beherbergt das Mittelmeer einen bedeutenden Anteil der bekannten marinen Arten. Fischerei, Tourismus und Handel machen es zudem zu einer wirtschaftlichen Lebensader für die gesamte Region. Gleichzeitig gehört das Mittelmeer zu den am stärksten belasteten Meeresräumen der Welt. Klimawandel, Überfischung, Verschmutzung und intensive menschliche Nutzung setzen seine Ökosysteme zunehmend unter Druck.
Warum das Mittelmeer auch die Schweiz betrifft
Auch wenn die Schweiz keine Meeresküste besitzt, ist sie eng mit dem Mittelmeerraum verbunden. Über Handels- und Lieferketten, Tourismus, Migration und kulturellen Austausch bestehen vielfältige Verbindungen. Gleichzeitig beeinflussen Prozesse im Mittelmeerraum das Klima und Wettergeschehen in Europa und damit auch den Alpenraum. Veränderungen können sich auf Niederschläge, Wasserhaushalt und Extremwetterereignisse auswirken. Die biologische Vielfalt des Mittelmeers erbringt zudem Ökosystemleistungen, von denen die Schweiz indirekt profitiert – etwa durch stabile Fischereierträge, Klimaregulierung, Tourismus und wissenschaftliche Forschung. Der Schutz des Mittelmeers ist deshalb auch eine Investition in die Resilienz, Lebensqualität und Zukunft der Schweiz.


