Pläne für erste Tintenfischfarm der Welt gestoppt

Das Fischereiunternehmen Nueva Pescanova hat seine Pläne für die weltweit erste kommerzielle Tintenfischfarm auf Gran Canaria aufgegeben. Damit ist ein Projekt gescheitert, das Millionen hochintelligenter Meerestiere in industrielle Massentierhaltung gezwungen hätte. KYMA sea conservation & research hat sich gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen gegen die Aquakultur engagiert.

Jahrelanger Widerstand zeigt Wirkung

Seit der Ankündigung des Projekts im Jahr 2021 formierte sich internationaler Widerstand. Wissenschaftler:innen, Tierschutz- und Umweltorganisationen warnten vor den gravierenden Folgen einer industriellen Tintenfischzucht. KYMA sea conservation & research unterstützte diese Kampagne aktiv und unterzeichnete mehrere Protestschreiben und Stellungnahmen an die zuständigen Behörden. So trugen wir dazu bei, dass hochintelligente Meerestiere nicht zum nächsten Objekt industrieller Massentierhaltung werden und zeigten, wie wichtig grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Meeresschutz ist.

Ein umstrittenes Projekt

Nueva Pescanova plante, jährlich rund eine Million Gemeine Kraken (Octopus vulgaris) in einer Anlage im Hafen von Las Palmas zu züchten und zu töten. Wissenschaftler:innen und Tierschutzorganisationen warnten seit Jahren vor den gravierenden Folgen für Tierwohl und Umwelt. Kraken gelten als hochintelligente, neugierige und empfindungsfähige Tiere. Aufgrund ihrer komplexen Bedürfnisse und ihrer überwiegend einzelgängerischen Lebensweise lassen sie sich nicht artgerecht in industriellen Zuchtanlagen halten. Hinzu kommt, dass bis heute keine wissenschaftlich anerkannte humane Schlachtmethode für Tintenfische existiert. Die geplante Haltung hätte deshalb unweigerlich zu erheblichem Tierleid geführt.

Umweltbedenken führten zum Aus

Neben den Tierschutzproblemen standen auch die ökologischen Auswirkungen im Fokus der Kritik. Tintenfische sind Raubtiere und benötigen grosse Mengen an marinen Proteinen als Nahrung. Eine kommerzielle Zucht hätte den Druck auf bereits übernutzte Fischbestände zusätzlich erhöht. Zudem bestand berechtigte Sorge bezüglich Wasserverschmutzung, Energieverbrauch und möglicher Auswirkungen auf geschützte Meeresarten rund um die Kanarischen Inseln.

Die kanarischen Behörden verlangten deshalb eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung. Nueva Pescanova hat diese jedoch nie eingereicht. In der Folge lief die Frist für die notwendige Hafenkonzession ab, wodurch das Verfahren rechtlich nicht weitergeführt werden konnte. Am 23. Juli gab Nueva Pescanova offiziell bekannt, dass sie auf die Konzession verzichten.

Ein Signal weit über Gran Canaria hinaus

Der Rückzug von Nueva Pescanova ist mehr als das Ende eines einzelnen Projekts. Er zeigt, dass öffentlicher Druck, wissenschaftliche Expertise und internationale Zusammenarbeit Wirkung entfalten können. In den vergangenen Jahren haben sich weltweit immer mehr Stimmen gegen die kommerzielle Zucht von Tintenfischen ausgesprochen, und mehrere politische Initiativen haben Einschränkungen oder Verbote solcher Anlagen gefordert.

Gleichzeitig ist weiterhin Wachsamkeit gefragt. Die weltweite Nachfrage nach Tintenfischen steigt und verschiedene Unternehmen prüfen nach wie vor Möglichkeiten, die industrielle Zucht voranzutreiben. Wir setzen uns deshalb weiterhin dafür ein, dass

 

  • die industrielle Tintenfischzucht weltweit verhindert wird,
  • Meerestiere als empfindungsfähige Lebewesen anerkannt werden,
  • und der Schutz mariner Ökosysteme Vorrang vor kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen erhält.

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Der aktuelle Erfolg zeigt: Unser Engagement wirkt. Stelle mit deiner Spende sicher, dass wir uns auch weiterhin mit aller Kraft für den Schutz von Meerestieren und gegen ausbeuterische Vorhaben wie Tintenfischfarmen stark machen können.

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