Tintenfisch im Schweizer Detailhandel: Schädliche Fangmethoden und mangelnde Transparenz
KYMA hat 63 Tintenfischprodukte bei vier Schweizer Detailhändlern untersucht. Bei 15 Produkten wird Schleppnetzfischerei als Fangmethode genannt. Gleichzeitig fehlt bei fast jedem fünften Produkt eine erkennbare Angabe zur Fangmethode.
Bei fast jedem vierten Produkt ist Schleppnetzfang ein Thema
Für die Untersuchung erfasste KYMA zwischen dem 31. Oktober 2025 und dem 2. Februar 2026 insgesamt 63 unterschiedliche Tintenfischprodukte bei Coop, Migros, Aldi und Globus Delicatessa. Bei 15 Produkten (23,8 Prozent) wird Schleppnetzfang als alleinige Fangmethode oder in Kombination mit anderen Methoden genannt.
Schleppnetze sind grosse Netze, die von Schiffen durch das Wasser gezogen werden. Besonders problematisch ist der Einsatz von Grundschleppnetzen, die über den Meeresboden geschleift werden und diesen stark beschädigen oder sogar zerstören können. Je nach Fanggebiet, Gerät und Intensität kann die Schleppnetzfischerei zudem unerwünschten Beifang verursachen und damit für den Tod von Unmengen weiterer Meerestiere sorgen.
In der Stichprobe wird bei 13 von 43 Coop-Produkten (30,2 Prozent) und bei zwei von drei Aldi-Produkten (66,7 Prozent) Schleppnetzfang als Fangmethode genannt. Bei Migros und Globus Delicatessa wird bei den untersuchten Produkten kein Schleppnetzbezug ausgewiesen.
Mit einem offenen Brief richtet KYMA eine konkrete Forderung an Coop und Aldi: Beide Detailhändler sollen Tintenfischprodukte, bei denen Schleppnetzfang als Fangmethode ausgewiesen ist, aus dem Sortiment nehmen. Damit können sie ein klares Zeichen für den Schutz der Meere setzen und vermeiden, dass entsprechende Fangmethoden durch den Verkauf dieser Produkte unterstützt werden.
Quelle: Bericht «Tintenfisch-Angebote im Schweizer Detailhandel», KYMA sea conservation & research (November 2026)
Mangelnde Transparenz
Bei zwölf der 63 untersuchten Produkte (19 Prozent) war keine Fangmethode erkennbar. Besonders auffällig: Bei Globus Delicatessa war die Fangmethode bei allen fünf untersuchten Produkten unbekannt.
Für KYMA ist klar: Detailhändler müssen die Fangmethode verständlich und nachvollziehbar ausweisen. Nur so können Konsument:innen die möglichen Auswirkungen eines Produkts einschätzen und eine informierte Kaufentscheidung treffen. KYMA fordert deshalb eine transparente Deklaration der Fangmethode auf Tintenfischprodukten. Die Angaben sollen eindeutig erkennen lassen, mit welcher Methode die Tiere gefangen wurden. Bei verarbeiteten oder gemischten Meerestierprodukten muss zudem klar sein, auf welchen Bestandteil sich die Information bezieht.
Konsument:innen müssen erkennen können, wie Tintenfische gefangen wurden. Und wo Fangmethoden mit problematischen Auswirkungen auf Meereslebensräume, die Artenvielfalt und nicht zuletzt das Tierwohl verbunden sind, braucht es Konsequenzen im Handel.
Mit der Untersuchung will KYMA die Transparenz im Schweizer Detailhandel stärken und die Verantwortung des Handels für die angebotenen Produkte sichtbar machen. Die Organisation fordert von allen Detailhändlern klare Informationen für Konsument:innen und konkrete Schritte, um Tintenfischprodukte, die mit Schleppnetzen gefangen wurden, aus dem Sortiment zu nehmen.
Grundsätzliches Tierwohlproblem
Tintenfische sind hochentwickelte, empfindungsfähige Tiere, die beim Fang Stress, Verletzungen und Leiden erfahren. Neben den ökologischen Folgen ihrer Befischung stellt sich deshalb auch die Frage nach dem Tierwohl, insbesondere wenn sie in Netzen gefangen, an Bord gezogen und ohne geeignete Betäubung getötet werden. Da für Tintenfische bislang keine allgemein etablierten und wissenschaftlich zuverlässig validierten Verfahren existieren, die eine durchgehend tierschutzgerechte und schmerzfreie Betäubung und Tötung sicherstellen, besteht ein erhebliches Tierwohlproblem.
Offenen Brief unterzeichnen
Wir fordern die Schweizer Detailhändler auf, Tintenfischprodukte, die mit Schleppnetzen gefangen wurden, aus dem Sortiment zu nehmen. Zudem muss die Fangmethode bei allen Tintenfischprodukten transparent ausgewiesen werden. Unterstütze unsere Forderung mit deiner Unterschrift!
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Wir fordern die Schweizer Detailhändler auf, Tintenfischprodukte, die mit Schleppnetzen gefangen wurden, aus dem Sortiment zu nehmen. Zudem muss die Fangmethode bei allen Tintenfischprodukten transparent ausgewiesen werden. Unterstütze unsere Forderung mit deiner Unterschrift!